Die Welt braucht mehr Liebe II

….und weil’s gestern so schön war und die musikalische Liebeswelle noch weiter schwingen soll, gibt es heute einen zweiten Beitrag von mir. Photograph von Ed Sheeran wollte unbedingt noch Arabellas Aufruf folgen und gehört werden. Unbedingt auch das Video gucken. So herzberührend 💕:

Zum hemmungslosen Mitsingen hier der Text:

Loving can hurt
Loving can hurt sometimes
But it’s the only thing
That I know.

And when it gets hard
You know it can get hard sometimes
It is the only thing that makes us feel alive.

We keep this love in a photograph
We make these memories for ourselves
Where our eyes are never closing
Hearts are never broken
And time’s forever frozen still.

So you can keep me
Inside the pocket
Of your ripped jeans
Holdin‘ me closer

Till our eyes meet

You won’t ever be alone
Wait for me to come home.
Loving can heal
Loving can mend your soul
And is the only thing
That I know (know)
I swear it will get easier
Remember that with every piece of ya
And it’s the only thing we take with us when we die.

We keep this love in a photograph
We make these memories for ourselves
Where our eyes are never closing
Our hearts were never broken
And time’s forever frozen still.

So you can keep me
Inside the pocket
Of your ripped jeans
Holdin‘ me closer
Till our eyes meet
You won’t ever be alone.

And if you hurt me
Well that’s okay baby only words bleed
Inside these pages you just hold me
And I won’t ever let you go.

Wait for me to come home
Wait for me to come home
Wait for me to come home
Wait for me to come home.

Oh you can fit me
Inside the necklace you got when you were 16
Next to your heartbeat
Where I should be
Keep it deep within your soul.

And if you hurt me
Well that’s okay baby only words bleed
Inside these pages you just hold me
And I won’t ever let you go.

When I’m away
I will remember how you kissed me
Under the lamppost
Back on 6th street
Hearing you whisper through the phone
Wait for me to come home.

Hier in einer bezaubernden live-acoustic Version:

Die Welt braucht mehr Liebe

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copyright Arabella Einfach(es) Leben

Oh ja, das lasse ich mir nicht zweimal sagen :-). Arabella hat auf ihrem Blog „Einfach(es) Leben“ mit ihrem Beitrag „Die Welt braucht mehr Liebe – Blogger spielen Liebeslieder“ einen fantastischen Aufruf gestartet. Sie glaubt fest daran, dass Musik die Welt verändern kann. Da spricht sie mir direkt aus dem Herzen 🙂 und so folge ich ebenso direkt ihrem Aufruf :-). Der Impuls kam wie so oft – wie schön 🙂 – von Random Randomsen.

Ich habe erst einmal ein bisserl in meinem Herzen gekramt, weil ich Liebeslieder überhaupt ganz wunderzauberhaft finde und es da einige gäbe. Dann bin ich bei dem folgenden „hängen“ geblieben. Es ist von John Legend. Er hat es für seine Frau geschrieben und ihr den Text vor der Hochzeit geschenkt. Natürlich hat er es dann am Tag der Hochzeit auch für sie gesungen 💕. Zum Mitsingen, hier gleich mal der Text :-):

ALL OF ME

What would I do without your smart mouth
Drawing me in, and you kicking me out
You got my head spinning, no kidding, I can’t pin you down
What’s going on in that beautiful mind
I’m on your magical mystery ride
And I’m so dizzy, don’t know what hit me, but I’ll be alright

My head’s underwater
But I’m breathing fine
You’re crazy and I’m out of my mind

‚Cause all of me
Loves all of you
Love your curves and all your edges
All your perfect imperfections
Give your all to me
I’ll give my all to you
You’re my end and my beginning
Even when I lose I’m winning
Cause I give you all of me
And you give me all of you, oh

How many times do I have to tell you
Even when you’re crying you’re beautiful too
The world is beating you down, I’m around through every mood
You’re my downfall, you’re my muse
My worst distraction, my rhythm and blues
I can’t stop singing, it’s ringing in my head for you

My head’s underwater
But I’m breathing fine
You’re crazy and I’m out of my mind

‚Cause all of me
Loves all of you
Love your curves and all your edges
All your perfect imperfections
Give your all to me
I’ll give my all to you
You’re my end and my beginning
Even when I lose I’m winning
Cause I give you all of me
And you give me all of you, oh

Cards on the table, we’re both showing hearts
Risking it all though it’s hard

Cause all of me
Loves all of you
Love your curves and all your edges
All your perfect imperfections
Give your all to me
I’ll give my all to you
You’re my end and my beginning
Even when I lose I’m winning
Cause I give you all of me
And you give me all of you

I give you all of me
And you give me all, of you, oh oh oh.

Hast Du auch ein geliebtes Lieblingsliebeslied? Wenn ihr in wundervollen Liebesliedern schwelgen und mitsingen wollt, findet ihr auf Arabellas Seite in der Kommentarsektion eine FÜLLE davon :-). Am Samstag wird sie einen Beitrag mit der Zusammenfassung der Liebesklangfülle veröffentlichen :-)! LET LOVE RULE ❤️

Harfe trifft Saxophon

Heute morgen durfte ich einem Interview lauschen, in dem zwei faszinierende junge Künstler zu Wort kamen. Ich bin berührt und begeistert von ihrer Haltung, ihrer Vision und so möchte ich euch darüber erzählen und vor allem die Klänge mit euch teilen :-).

Es geht um Hila Ofek (übrigens die Enkelin von Giora Feidman) und André Tsirlin. Die beiden sind sowohl musikalisch als auch privat ein inniges Paar. Außergewöhnlich und sehr bezaubernd finde ich die harmonische Verschmelzung von Harfe und Saxophon.

Diese bezaubernde Harmonie, die auch zwischen den beiden Musikern fließt, überträgt sich spielerisch auf den Lauschenden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Menschen im Herzen zu berühren. Mit dem Publikum eins zu werden und heilsam zu wirken. Es geht ihnen nicht darum, besonders schnell, technisch ausgefeilt oder perfekt zu spielen (obwohl sie dies ganz sicher tun). Es liegt ihnen am Herzen, die Musik als Kommunikationsmittel einzusetzen, das global verstanden wird. Sie sind davon überzeugt: Wenn wir miteinander kommunizieren braucht es keine Kriege mehr. Denn wenn wir miteinander sprechen, können wir einander verstehen. Musik baut eine Brücke der Kommunikation, von Herz zu Herz, jenseits vermeintlicher sprachlicher oder kultureller Barrieren.

Ist das wundervoll? Hier entlang, geht es zu den Klangbädern, mit denen ich euch friedliche Einkehr und viel Freude wünsche 💕

 

 

Tag der Erde

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quelle pixabay

…sollte jeden Tag sein, nicht nur heute. Dennoch eine wunderbare Gelegenheit inne zu halten und unserer Mutter Erde liebevolle Aufmerksamkeit und unsere Dankbarkeit zu schenken. Im Innehalten können wir in unser Herz lauschen und uns fragen: Wofür bin ich ihr dankbar? Wie schätze ich ganz persönlich die reichen Gaben, die sie mir tagtäglich schenkt? Wie kann ich dazu beitragen, sie noch ein bisschen mehr zu ehren und zu achten?

Oder wir überhäufen sie einfach  mit der Liebe, die aus unseren Herzen zu ihr fließt :-). Dabei nimmt uns dieses Liebeslied für Mutter Erde und La Luna zart an die Hand und führt uns ins Herz (auch wenn ihr es schon kennt, finde ich es gerade heute ganz und gar passend):

Eine-Welt-Festival bei Rapunzel

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copyright Rapunzel Naturkost GmbH

 

Am 09. und 10. September ist es wieder soweit – die Firma Rapunzel Naturkost öffnet ihre Tore ganz weit und lädt ein zum Eine-Welt-Festival :-)! Der Name sagt es schon – der Fokus liegt auf den verbindenden Elementen unserer Welt, nicht auf den trennenden.

Ich kann euch sagen – dieses Festival war für mich weichenstellend :-)! Vor ca. 10 Jahren besuchte ich in Legau das Rapunzel-Festival. Es war fantastisch. Die Jahre zogen ins Land und ich vergaß das kleine Örtchen mit dem märchenhaften Leckereienhersteller. Bis ich dann vor gut zwei Jahren ins Allgäu zog und genau dieser Ort zu meiner neuen Heimat werden sollte :-).

Rapunzel vereint auf diesem Festival gesunde, nachhaltig und fair produzierte Nahrungsmittel mit Freude, Achtung vor Mutter Erde und den Menschen, Genuss, Kunst und Kultur sowie zahlreichen, hochkarätigen sowie informativen Veranstaltungen zu den Hintergründen von Nachhaltigkeit & Co. Außerdem finden auf dem Festival-Gelände rund 150 Aussteller Platz, die nachhaltig hergestellte Produkte für jede Lebenslage anbieten :-). Für unsere lieben Kleinen ist mit einem zauberhaften Kinderprogramm bestens gesorgt.

Das Festival beginnt täglich um 10 Uhr und der Eintritt kostet 5 €.

Um euch möglichst zahlreich in mein schönes Legau zu locken, darf ich noch ein Highlight verraten :-):

Konstantin Wecker_Foto Thomas Karsten
copyright Rapunzel GmbH

Konstantin Wecker (kommt übrigens aus meiner Geburtsstadt München, so schließt sich der Kreis :-)) wird am Sonntag, 10. September ab 19 Uhr mit seinem Sonderkonzert „Widerstand und Poesie“ das Rapunzel-Festival rocken :-)!

Dieser Mann steht zu seiner Stimme, zu seinen Überzeugungen. Auch wenn er damit aneckt und unbequem ist. Er rüttelt auf, lädt zum Nachdenken und zum Handeln ein! Er kann laut, aber auch sanft und leise. In jedem Fall wird es wohl ein unvergessliches Erlebnis, auf das ich mich schon jetzt freue :-).

An dieser Stelle möchte ich Joan Baez zitieren. Sie sagt über Konstantin Wecker:

Er ist nicht nur ein wunderbarer Mensch, der zu seinen Überzeugungen steht und ein großartiger Liedermacher, sondern auch ein unglaublicher Entertainer. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzusehen“

Genug geredet, hier sind zwei klangliche Eindrücke vom freigeistigen, rebellischen Poeten, im ersten zusammen mit Pippo Pollina:

Und hier mit „Revolution“

Wenn ihr Lust bekommen habt dabei zu sein, dann könnt ihr AB SOFORT die Karten für das Konzert im Rapunzel Naturkost Webshop (klick) bestellen! Eine Karte kostet 45 €.

Ich freue mich RIESIG, wenn wir uns im September in Legau sehen :-)! 

Ausdruck

Ich möchte gerne eine tiefe Erfahrung mit euch teilen. Es hat damit angefangen, dass ich mich auf die Suche nach meiner Stimme gemacht habe. Das war mit natürlich mit dem ersten Schritt nicht bewusst, aber rückblickend hat das Ganze einen ziemlich klar erkennbaren roten Faden ;-).

Ich schreibe meine kleine Geschichte auf, nicht um „im alten Mist zu wühlen“ oder mich als Opfer der Gegebenheiten darzustellen. Es ist vielmehr ein Aussöhnen mit dem was und wie es war. Ich habe den „alten Mist“ in mir mit Liebe gedüngt und das Geschenk darin gefunden. Das ist sehr erlösend und erfüllend und so meine ich, es könnte Mut machen, die Erfahrung zu teilen.

Es war schon sehr früh klar, dass ich ein sehr kreatives und musikalisch begabtes Wesen bin. Ich habe mich auf alles „gestürzt“ was mit Malen, Tanzen, Singen, Musizieren und „Verschönern“ im weitesten Sinne zu tun hatte. Stundenlang habe ich in meiner kleinen Welt auf meiner Flöte gespielt, gesungen oder getanzt. Solange ich in der Grundschule war, gab es immer wieder Inseln der Anleitung, sei es im Regelunterricht oder in einem Kinderkurs.

Irgendwann war dann der Flöten- sowie Ballettunterricht vorüber. Meine Klassenlehrerin sowie die Schulleitung kämpften dafür, dass ich auf das musische Gymnasium gehen solle. Auch meine Ballettlehrerin wollte mich an eine Münchner Ballettschule vermitteln. Damals leider ohne Erfolg. Meine Eltern blieben dabei, dass ich weder weiter machen, noch auf das musische Gymnasium wechseln durfte.

Die Folge war, dass ich immer weniger Musik machte (meine Flöte wurde auch weiter gegeben), weniger malte, weniger tanzte und sang, bis es ganz still wurde und ich in einer Depression landete. Dafür gab es sicher diverse Gründe, doch möchte ich mich heute auf den Aspekt meines unterdrückten kreativen sowie stimmlichen Ausdrucks konzentrieren.

Die kreative Energie in mir war völlig blockiert und kippte wie das Wasser in einem modrigen Teich. Irgendwann war es soweit und ich konnte weder aus mir selbst heraus einen Ton singen noch irgend etwas malen. In Stresssituationen war mein Sprachzentrum völlig blockiert und ich stumm.

Auf mich warteten viele Jahre großer Umbrüche und Wandlungen.

Irgendwann (ich war bereits Ende 20) fragte mich ein guter Freund nach meiner Einschätzung bzgl. einer Gesangslehrerin. Er bat mich darum, doch einen Termin für ihn auszumachen, weil er Hemmungen hatte, dies selbst zu tun. Das tat ich grundsätzlich gerne, fand es aber komisch, einfach „nur“ für ihn anzurufen und einen Termin auszumachen. So sagte ich, ich selbst wäre auch an einem Beratungsgespräch interessiert und vereinbarte für uns Beide einen Termin. Das Ende vom Lied war – ich ging alleine hin und nahm von da an Gesangsunterricht :-).

Die erste Zeit war die Hölle. Ich hatte körperlich und psychisch so viele Blockaden und Verletzungen gespeichert, dass ich nach jeder Gesangsstunde völlig zitternd und durchgeschwitzt nach Hause ging. Auch mein Stimmapparat rebellierte und bereitete Schmerzen. Diese Zustände dauerten tagelang an. Ich wollte jedoch unbedingt dran bleiben, weil ich spürte – etwas in mir erwacht aus einem langen, Albtraum  behafteten Schlaf.

Ich probierte über Jahre hinweg verschiedene Stilrichtungen und Gesangstechniken aus. Mit keiner wurde ich so richtig warm. Eines Tages saß ich beim Zahnarzt und wartete. Ein Flyer bzgl. einer Ausbildung in Sachen Klangheilung fiel mir in die Hände. Ich hatte keine Ahnung was Klangheilung war, doch fühlte ich eine magnetische Anziehung und gleichzeitig eine Freude in mir aufsteigen.

Nach Recherchen und einem informativen Gespräch mit der Seminarleitung war klar: ich muss unbedingt diese Ausbildung machen – einfach für mich! Diese Annäherung an Stimme und Klang war für mich Balsam für Seele und Körper. Es ist eine völlig authentische unverkrampfte Art, die eigene Stimme erklingen zu lassen. Sie muss nicht „schön“ im klassischen Sinne klingen. Es geht vielmehr darum, was ich mit ihr ausdrücken und bewirken kann. Das war eine sehr tiefe und eine der heilsamsten Erfahrungen in meinem Leben.

Ich fand meine eigene Stimme wieder! Anfänglich brummend, dünn, zitternd und schief. Ich fühlte mich wie im Klanguniversum ausgesetzt, ohne die harmonischen Zusammenhänge erkennen und ihnen folgen zu können. Mich in dieser Dissonanz trotzdem und gerade deshalb anzunehmen, war ein wichtiger Schritt für mein ganzes Leben.

Es hatte Auswirkung auf mein gesamtes Selbstbild, machte Vorstellungen und Glaubenssätze sichtbar, die ich gut versteckt in mir trug. Es hatte tiefgreifende Auswirkung auf mein berufliches Wirken sowie meine gesamte Wahrnehmung. Ich konnte beobachten, wie sich sogar nach und nach mein Wortschatz veränderte. Gewisse Worte und Ausdrucksformen schienen einfach nicht mehr stimmig. Es wurde mir möglich, mehr und mehr meine Wahrheit, meine Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen auszusprechen.

Ich spürte, wie ich mit meiner Stimme wohltuend auf mich selbst und andere wirken konnte. Ganz direkt und echt. Ohne Technik. Nur mit dem Herzen. Die Freude nahm zu, ebenso der Wunsch, diese Erfahrung mit anderen zu teilen. Über die Jahre hinweg gehe ich nun den Weg, meinen ursprünglichsten Ausdruck zu befreien. Erst für mich selbst, dann indem ich in Seminaren anfing mit meinen TeilnehmerInnen zu singen und seit einigen Jahren auch in Form von Klangreisen und Konzerten.

Soweit ja alles gut, könnte man meinen. Ich möchte an dieser Stelle gerne tiefer, auf den nicht sichtbaren Weg im Innern, eingehen. Er war verbunden mit (und ist es manchmal noch) riesigen Zweifeln bis hin zu größten Ängsten. Die Angst abgelehnt zu werden, nicht „gut“ genug zu sein, was gefühlt einem Existenzverlust gleich kommt. Wenn ich singe erlaube ich einen Blick in meine Seele. Ich stehe quasi nackter als nackt da, mache mich vollständig verletzlich. Ich habe mich dieser Situation oft ausgesetzt und bin fast genauso oft verletzt worden. Nicht von den Lauschenden sondern von meinem unmittelbaren Umfeld.  Es kostete unwahrscheinlich viel Energie diesen Weg „trotzdem“ zu gehen.

Durch meine frühen Erfahrungen in der Kindheit musste ich mir einen ganz eigenen Zugang zur Musik erarbeiten. Ich kann z. Bsp. bis heute keine Noten mehr lesen. Als Kind konnte ich sie sogar schreiben ;-). Um ein Stück spielen oder singen zu können, muss ich es emotional erfassen, muss es körperlich fühlen. Dann erst kann ich es klanglich Schritt für Schritt umsetzen. Lange habe ich damit gehadert. Alles was mir als Kind so selbstverständlich zuflog, was mir große Freude bereitete und ich mich stundenlang darin vertiefte, war nun mit größter Anstrengung und psychischen Verhinderungsstrategien verknüpft.

Erst als mir klar wurde, dass ich nicht einfach da anknüpfen konnte, wo ich als Kind aufgehört hatte, wurde es leichter. Ich musste lernen, die vielfachen Verletzungen in Bezug auf meinen kreativen Ausdruck wirklich als Verletzung für mich anzuerkennen. Nicht um jemanden die Schuld zu geben, sondern um selbst heilen zu können. Niemand würde auf die Idee kommen, einen schwer verletzten Menschen einen Marathon laufen zu lassen. Warum erwartete ich das also von mir?

Es fühlte sich im übertragenen Sinne so an, als würde ich nach einer massiven körperlichen Krankheit oder Verletzung wieder gehen oder sprechen lernen müssen. Alte Verknüpfungen in mir mussten langsam wieder Flexibilität gewinnen und sich neu strukturieren. Ich durfte das Vertrauen in mich wieder gewinnen. Meine Verletzung und die daraus resultierende Verletzlichkeit als Geschenk anzunehmen und nicht ständig zu meinen, über meine Ängste und Schmerzen „drüber galoppieren“ zu müssen, weil es mir ja im Grunde große Freude machte, war für mich eine riesengroße Erkenntnis.

Es entspannt mich maximal, zu mir und meiner Herangehensweise zu stehen, auch wenn dies unkonventionell erscheinen mag. Mittlerweile singe ich z. Bsp. am liebsten zu Bordun-Instrumenten. Ich liebe die Freiheit, Direktheit und Klarheit die dadurch entstehen. Gleichzeitig stellt es mich vor die größte Herausforderung – ich kann mich hinter so einer minimalen Instrumentierung nicht verstecken :-).

Genau darum geht es mir. Mich nicht zu verstecken und zu meinem klanglich-stimmlichen Ausdruck zu stehen und auch anderen Mut zu machen, zu ihrer Stimme zu stehen. Dies in vielerlei Hinsicht, nicht nur beim Singen. Zu Erkennen, welch immense Kraft in der Verletzlichkeit und dem Zu-sich-selbst-stehen liegt.

Ich habe mir meine Stimme und damit meinen Ausdruck wieder zurück erobert. Er ist jetzt anders als früher, aber nicht schlechter. Es war ein Weg mit vielen Wirrungen, der mich aber schlussendlich doch wieder zur Musik und Kreativität zurück geführt hat. Und ich bin froh und dankbar, denn dieser Weg – so schmerzhaft er war – hat mich zur Selbstliebe geführt. Ich durfte schmerzhaft erfahren, wie es sich anfühlt, wenn ich meinen ureigensten Ausdruck unterdrücke und darf nun sehr wohltuend und freudvoll erfahren, wie es sich anfühlt, meine Stimme wiedererlangt zu haben und sie ohne Masken und Schnick Schnack erklingen lassen zu dürfen.

Dennoch stand ich gerade vor der Entscheidung, ob ich mit der Musik weiter mache oder es sein lasse. In meinem Leben ist eine sehr tiefe und intensive Verbindung auseinander gegangen und ich hatte das Gefühl, den musikalischen Weg alleine nicht weiter gehen zu können. Es spulte sich noch einmal das ganze Programm des „Nicht gut genug Seins“ in diversen Facetten ab. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, mich alleine vor Menschen zu stellen, zu singen und mich selbst mit meinen gefühlt geringen Möglichkeiten zu begleiten.

Ihr seht schon, das alles hat  nichts mit Selbstliebe zu tun. Es ist wirklich erstaunlich, welchen Speicherungen ich in Bezug auf diese Thematik in mir begegnet bin und wahrscheinlich noch begegnen werde. Irgendwann war die Verarbeitung dann soweit gediehen, dass ich wieder in mein Herz gefunden habe. Das hat ganz klar, freudig und laut dafür plädiert, alleine weiter zu machen. Ich habe aufgehört, das zu glauben was man mir gesagt hat, habe die Schwächungen los gelassen und angefangen, wieder an mich selbst zu glauben.  Gefühlt, getan. Vielleicht habt ihr es ja gelesen – mein Jahresmotto lautet „radikale Selbstliebe“ :-). Gerade ist mir noch ein passender Spruch über den Weg gelaufen: „Machen ist wie wollen, nur krasser“ 🙂

Als ich selbst die Bewertung über mich und meine „geringfügigen“ Möglichkeiten loslassen konnte, wurde wieder sichtbar, was schon jahrelang als Wunsch in mir keimte: so pur und direkt wie möglich die Stimme erklingen zu lassen. Am Besten nur mit einer Klangschale oder einem Monochord begleitet.

Nach freudigem Vorbereiten, Komponieren (ist so super, dass man heute in jedes Handy singen und es aufnehmen kann :-)) und Arrangieren war es am Ostersonntag soweit. Ich durfte meine erste Klangreise im Salzheilstollen Berchtesgaden alleine durchführen. EIN HIMMLISCHES GESCHENK. Ich bin noch ganz erfüllt von dem Miteinander und der Resonanz. Ich durfte den Klang mit wundervollen Menschen teilen, die ebenso Mut gefasst haben und ihre Stimmen von Anfang bis Ende erklingen ließen.  Es war ein Fest :-)! Es war kein „schaffen müssen“ mehr, sondern ein Geschenk, das ich mir und den Lauschenden aus einem liebenden Herzen machte.

Ich verdaue gerade noch die Eindrücke und bin unendlich dankbar für diese Erfahrung. Egal welche Brocken uns in den Weg gestellt werden – wir tragen die Kapazität in uns, diese Brocken zu wandeln und unseren ureigensten Weg damit zu gestalten. Auch wenn es dauert, wir Rückschläge einstecken oder durch innere Höllen gehen – da liegt ein Geschenk am Ende des Weges, das darauf wartet entdeckt zu werden, auch wenn wir schon nicht mehr daran glauben. Jeder Schritt dieses Weges ist es wert, gegangen zu werden und führt in den meisten Fällen wohl nach Innen :-). In diesem Sinne – habt Mut, seid laut und leise, steht zu euch und eurem Ausdruck, glaubt an euch und eure Herzensvisionen! Ihr verschönert mit eurer Einzigartigkeit ganz sicher die Welt :-). Und wenn das Herz dabei ganz laut und heftig schlägt, dann denkt daran: es applaudiert und freut sich über euren Mut 💞

Hier ein paar bildhafte Eindrücke aus dem Salzheilstollen. Es hat dort erfrischende 13 Grad, deshalb im Michelin-Look :-):

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