Geduld

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quelle: pixabay

Man muss den Dingen

die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen,

die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt

oder beschleunigt werden kann,

alles ausgetragen ist – und dann gebären…

Reifen wie ein Baum

der seine Säfte nicht drängt

und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,

ohne die Angst,

dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die DA sind,

als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,

so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen

und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben und wie Bücher,

die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum,

alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt,

lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken, eines fremden Tages

in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

 

Wenn ihr diese tief wirkenden, weisen Worte aktiv umsetzen wollt, dann kann ich euch die Meditation „Herzensräume säubern“ (einfach drauf klicken) sehr ans Herz legen :-). Die Qualität der Aufnahme ist nicht berauschend, aber die Worte sind durchaus verständlich. Auf die Geduld :-).

 

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12 Gedanken zu “Geduld

  1. Herzlichen Dank für diesen wunderschön formulierten Weisheitstext. Es ist gut, immer und immer und immer wieder und wieder daran erinnert zu werden. 🙂
    Diese «stille ungestörte Entwicklung» kann ja eine monumentale Herausforderung sein. Denn das stete Eingreifenwollen und der Gedanke, unbedingt etwas TUN zu müssen – das lässt sich nicht so einfach bewerkstelligen [und die Wortwahl verrät – da ist schon wieder (oder immer noch) der Gedanke an ein WERK, das getan werden müsse].
    Dazu gehört für mein Verständnis auch, dass man „vertrauensseelig“ ist (in dieser Schreibweise andeutend, dass Vertrauen die Seele erfüllt).
    Mit einem herzlichen Nachmittagsgruß. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Von Herzen gerne! Das hast Du aber auch wunderschön und wahr formuliert. Die Angst vor dem was passiert, wenn wir „nichts“ tun, ist oftmals der Antreiber für blinden Aktionismus. Vertrauen in das „Passiv aktiv Sein“ zu entwickeln, stellt oftmals die größte Herausforderung da. Wie ich finde, lohnt es sich ebenfalls monumental diese Herausforderung anzunehmen :-). Der Weg nach INNEN ist wohl eine der spannendsten Reisen, die wir unternehmen können. Auch das Verständnis von Aktion verändert sich grundlegend. Auf den inneren Impuls zu „warten“, um sich einer Aktion zu widmen fällt stets leichter. Und in der „Zwischenzeit“ kann mensch im Hier und Jetzt ganz wundervolle Dinge erleben und erfahren. Ohne zu TUN ;-). Einen herzlichen Guten-Vormittagsgruß von mir zu Dir 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Das stimmt, es hat wohl mit Angst zu tun, dass man in blinden Aktionismus flüchtet. Und diese Angst wurzelt, wie ich meine, darin, dass es auch Situationen gibt, in denen man handeln MUSS. Sofort! (spätestens) Da ist es wichtig, dass man in sich geht, damit man weise die Entscheidung trifft: TUN oder LASSEN.
        Der Weg nach innen ist eine spannende und für unser Leben sehr wichtige Reise. Vor längerer Zeit habe ich mal die schöne Formulierung gelesen: If you don’t go within, you go without. Kurz und bündig. Aber eben. Es gibt doch in der AUSSENwelt so viele Ablenkungen. Und so viele AUSreden, diese wichtiger zu nehmen, als das Innenleben. 🙂

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      2. Das sehe ich auch so. Denn die Angst ist und war schon immer ein schlechter Ratgeber. Innehalten, tief und ruhig atmen, wenigstens ein paar Sekunden tun da schon Wunder ;-). In Weiterführung Deiner Formulierung, hier dieser Gedanke: „Du kannst in deinem Leben viel erreichen, wenn du dich jedoch nicht selbst erreichst, ist nichts erreicht“…. 🙂

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      3. Stimmt. Deshalb nutzen durchtriebene Manipulatoren auch gerne Angst um die Menschen in die von ihnen gewünschte Richtung zu treiben.
        Der von dir hier ins Spiel gebrachte Gedanke ist klasse. Das bringt es genau auf den Punkt und ist schön und einprägsam formuliert. 🙂

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      4. Oh ja, mit der Verbreitung von Angst und Schrecken, gerne auch in Kombination mit diversen Versprechungen „wir machen alles „gut“, wenn….“, lässt sich wunderbar manipulieren. Das ist eine weitere große Herausforderung auf unserer Reise – die blockierende, trennende Angst in sich zu erlösen und immer klarer zu sehen, was WIRKLICH ist… Hab‘ einen wundervollen Tag! Herzliche Grüße von mir zu Dir 🙂

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