24 Türchen bis Weihnachten – Türchen 4

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Herzlich willkommen im 4. Türchen :-)! Könnt ihr den feinen Duft schon riechen? Sanft erfüllen winterliche Gewürze den Raum. Nelke, Kardamom, Vanille, Tonkabohne…. Warm und weich…

Als Kind hatte ich immer große Freude am Käsekuchen meiner Oma. Er war riesig und strahlte in einem wunderschönen gold-gelb. Geduftet hat er und geschmeckt erst :-). Dieses wohlig-freudige Gefühl habe ich bis heute, wenn ich an ihren Käsekuchen denke. Wohlig-freudig passt doch ganz gut in die Weihnachtszeit. So hat auf meiner internen Lieblingsliste dieses wohlduftende Leckerchen das Rennen gemacht. Nun wollte ich den „ganz normalen“ Käsekuchen etwas weihnachtlicher gestalten und bin kreativ geworden.

Herausgekommen ist dabei meine Lebkuchen-Spekulatius-Tonkabohnen-Käsekuchen-Tarte :-). Das 4. Türchen lässt euch kulinarisch nach Bayern blicken. So möchte ich euch zu einem kleinen Ausflug in die Geschichte des Käsekuchens einladen. Wusstet ihr, dass wohl das erste Käsekuchenrezept von dem griechischen Physiker Aigimos überliefert wurde? Später haben die Römer dieses Rezept übernommen und sicher auch modifiziert. Zugegeben, sowohl Griechenland als auch Rom liegen etwas südlicher als Bayern ;-). ABER: Das älteste deutschsprachige Rezept stammt aus dem Kochbuch von Anna Wecker, einer Dichterin, die in Nürnberg lebte. Das war im Jahr 1597/98 und auch noch das ERSTE gedruckte Kochbuch in deutscher Sprache, das von einer Frau verfasst wurde.

Das ist doch ein fantastischer Grund den Käsekuchen in Neuauflage so richtig zu feiern und zu genießen :-).

Hier geht es zum Rezept:

Der Boden:

10 Spekulatius

100 gr Lebkuchen (am einfachsten sind ungefüllte Lebkuchenherzen)

90 gr Butter

1/2 TL Lebkuchengewürz

  • Die Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur zerlassen. Ihr dürft nach Herzenslust den Lebkuchen mit den Fingern zerkrümeln. Die Spekulatius könnt ihr zerbrechen und auf ein Küchentuch oder eine große Serviette legen, die eine Hälfte des Tuchs/der Serviette darüber schlagen und mit einem Nudelholz vorsichtig darüber rollen.
  • Wenn die Butter geschmolzen ist, den Topf vom Herd nehmen und die Lebkuchen- & Spekulatiusbrösel sowie das Lebkuchengewürz hinein geben und gut verrühren.
  • Die Masse in eine runde Backform (ca. 20 cm Ø) geben und mit einem Löffel gut andrücken und am Rand etwas hochziehen.

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Die Füllung:

150 gr Frischkäse

250 gr Mascarpone (oder 400 gr Frischkäse)

2 mittlere bis große Eier

140 gr Feinstzucker oder wie wir in Bayern sagen: Puderzucker 🙂

450 gr Schmand

3 Tropfen Vanille-Aroma

Tonkabohne

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  • Den Backofen auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Füllung wird in zwei Schritten hergestellt. Also immer schön der Reihe nach, dann ist es fast meditativ 🙂
  • Schritt 1: Frischkäse, Mascarpone, 1o0 gr Feinstzucker, 2 Eier und 3 Tropfen Vanille-Aroma in eine Schüssel geben und glatt rühren. Ich habe anstatt Vanille-Aroma  äth. Vanilleextrakt von Primavera in die Käsemischung gegeben.
  • Die glatt gerührte Masse auf den Boden geben und in den Backofen schieben (mittlere Schiene). 20 Minuten backen lassen. Danach heraus nehmen und 20 Minuten ruhen lassen. Den Backofen angeschaltet lassen!
  • Schritt 2: Nun den Schmand mit dem restlichen Zucker und Tonkabohnenabrieb verrühren. Tonkabohne ist sparsam zu verwenden. Ähnlich wie die Muskatnuss. Einfach nach belieben in die Schmand-Zuckermischung reiben (am besten mit einer Muskatreibe) und verrühren. Naschen unbedingt erlaubt :-)!
  • Auf die abgekühlte Tarte nun die Schmandmasse streichen und wieder für 10 Minuten im Backofen backen. Danach abkühlen lassen und die Tarte am besten im Kühlschrank übernachten lassen :-)! Die Tarte kann ca. 1 Stunde vor Verzehr aus dem Kühlschrank und aus der Form befreit werden :-).

Um der Tarte das Krönchen aufzusetzen, machen wir uns an den letzten Schritt – das Salzkaramell. Das Rezept für dieses exquisite „Krönchen“ stammt von der lieben Stefanie von Sweet Baking Stories :-).

Das Salzkaramell:

200 gr feiner Zucker (ich habe Rohrohrzucker genommen)

90 gr Butter

125 ml Sahne

1 – 2 Prisen Salz (z. Bsp. Fleur de Sel, ich habe Himalaya Salz verwendet)

  • Gebt bitte den Zucker in eine Pfanne und lasst ihn langsam schmelzen. Nur vorsichtig umrühren, wenn ihr seht, dass sich Klümpchen bilden. Wenn der Zucker flüssig ist, gar nicht mehr rühren, sondern nur noch vorsichtig die Pfanne schwenken bis der Zucker goldbraun ist. ACHTUNG: nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird das Karamell bitter! ABER: Bei Rohrohrzucker wird das Karamell direkt ziemlich dunkel und schmeckt hervorragend. Wenig Hitze ist und Geduld sind hier gefragt.
  • Die Butter hinzugeben und schnell verrühren bis sie sich gut mit der Zuckermasse verbunden hat.
  • Die Pfanne vom Herd nehmen und langsam die Sahne unterrühren.
  • Sollten sich Klümpchen bilden, wie bei mir, einfach die Pfanne wieder auf die ausgeschaltete Herdplatte stellen und weiter rühren :-).
  • Vorsichtig mit dem Salz abschmecken bis der gewünschte Geschmack erreicht ist.
  • Vorsicht beim Abschmecken: das Karamell ist HEISS 🙂
  • Abschließend das Karamell in ein Glas mit Schraubverschluss füllen, abkühlen lassen. Im Kühlschrank hält sich das Karamell ca. 3 Wochen.
  • Mit einem Teil des Karamells die Tarte nach Herzenslust verzieren.

Wenn ihr nun ganz viel Lust habt zu backen, dann könnt ihr gleich ein bisschen mehr von allem machen und in den Backpausen die Lebkuchen-Spekulatius-Tonkabohnen-Käsekuchen-Tarte im Glas backen :-). Das macht sich wunderbar als Geschenk, vor allem wenn ihr das „Krönchen“ – gut aufgehoben in einem kleinen Schraubglas – mit verschenkt. Also, einfach nach Schritt 1 die fertig befüllten Gläser (wenn ihr die doppelte Menge macht, dann reichen die Zutaten für 6 kleine 250 ml Gläser) – Achtung: hier nur bis einschließlich Schritt 1 befüllen – in den Ofen geben und gut 15 – 20 Minuten backen lassen.

Danach darf die Tarte wieder für 10 Minuten in den Backofen. Und weitere 10 Minuten später, könnt ihr eure fertig befüllten Tartes im Glas für die letzten 10 Minuten in den Backofen stellen. Wenn die Tarte im Glas fertig gebacken ist, dann den Schraubverschluss oder den Weck-Glas-Deckel drauf und auf den Kopf stellen, damit sich ein Vakuum bildet. So habt ihr eine fertige Tarte zum Direkt-Verwöhnen eurer Lieben und gleichzeitig auch noch Gaumenfreuden zum Verschenken!

Ich wünsche euch einen zauberhaft muckeligen 2. Advent 💖

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8 Gedanken zu “24 Türchen bis Weihnachten – Türchen 4

  1. Liebe Bettina, Tonkabohne, Lebkuchen und Karamell lassen mein Herz gerade höher schlagen. Das ist wirklich ein tolles Rezept und tolle Geschenkidee! Ich hab bisher noch nie im Glas gebacken, aber bin jetzt total von der Idee begeistert. Wünsche dir einen schönen Adventssonntag. Liebe Grüße Steffi

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    1. Liebe Steffi, oh das freut mich sehr :-). Lieben Dank für Deine freudige Resonanz. Kann ich Dir nur empfehlen, macht richtig Spaß im Glas zu backen. Vor allem super praktisch, so hat man meistens etwas leckeres selbst gebackenes zu Hause (für den Fall, dass der Kuchen etwaige Naschattacken überlebt ;-)). Dir eine gute Nacht und ganz liebe Grüße, Bettina

      Gefällt 1 Person

  2. Wow, das ist ein wirklich originelles Rezept. Riecht zwar nach mächtig viel Arbeit – aber dieser „Geruch“ dürfte ja nach und nach durch die gesegneten Düfte des Backwerks abgelöst werden. Und es schaut auf jeden fall „gnadenlos“ lecker aus. 🙂
    Auch dir einen muckeligen 🙂 Sonntag. 🐻

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke schön :-). Der „Geruch“ nach Arbeit verflüchtigt sehr schnell, wenn man nebenbei ein bisschen nascht und Freude am Entstehen findet :-). Und jaaa, es ist super lecker ;-). Nachbacken unbedingt empfohlen :-). Muckelige gute Nacht 🙂 😴🐶

      Gefällt 1 Person

      1. 🙂
        Lecker und nahrhaft. Naschen ist immer wieder eine gute Strategie, damit der Weg auch ordentlich nach Ziel schmeckt. 😉 Und ausreichend Zeit sollte man bestimmt einplanen, damit man nicht hudeln muss.

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