Wirtschaften mit Herz und Verstand

Heute gibt es eine neue Allgäuer Gschicht. Rapunzel lud letzte Woche wieder zu einem erfrischenden Vortrag ein. Diesmal sprach Sina Trinkwalder, ein richtiges Unikat. Sie erzählte an diesem Abend ihre Geschichte. Da diese Geschichte wirklich inspirierend und stärkend ist, möchte ich sie gerne mit euch teilen.

Sina Trinkwalder gründete in Augsburg ihr ungewöhnliches Unternehmen. In vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, denn sie startete ihr Unternehmen mit Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt schwer oder nicht vermittelbar waren. Alleinerziehende, Analphabeten, Menschen mit Migrationshintergrund und so weiter. Auch das Gehaltsmodell ist erwähnenswert – die MitarbeiterInnen dürfen den Geld-Wert ihres Beitrags selbst bestimmen. Sie stellt ihre Textilien soweit möglich regional und ökologisch her. Und das an einem Standort, in dem die Textilbranche quasi „ausgestorben“ ist.

Werte wie Stabilität, Sicherheit und Wertschätzung prägen die Unternehmensphilosophie. Die gelebte Botschaft: „Sicherheit und Wertschätzung sind für ökonomische Beziehungen, die langfristig und stabil funktionieren sollen, unerlässlich.“

Sie sprüht vor Leidenschaft für ihr Tun. Sie lebt vor, dass es möglich ist,  etwas zu verändern. Wir müssen an unsere Ideen und Visionen glauben! Es braucht eine klare Entscheidung und den unbedingten Wunsch in sich selbst eine Veränderung vorzunehmen und den WEG zu GEHEN. Auch wenn der eine oder andere Felsbrocken im Weg liegt. So werden die erschütternden Zustände, die auf unserer Welt herrschen, etwas erträglicher. Weil wir eben etwas tun können, aus einer gefühlten Ohnmacht in ein bewusstes Mitgestalten kommen. Eine immense Macht liegt allein in der nachhaltigen Gestaltung unseres Konsumverhaltens! Was kaufe ich? Wo kaufe ich? Wen unterstütze ich damit? sind Fragen, die wir uns alle ganz leicht selbst beantworten können.

Wusstest ihr, dass die Kleidung, die wir in Kleidercontainer werfen, weil wir denken, dass wir einem Menschen eine Freude machen, der vielleicht nicht ausreichend Geld besitzt, dann für teures Geld z. Bsp. auf den afrikanischen Märkten verkauft und so die lokale Bekleidungsindustrie zerstört  wird? Und die wirklich „armen“ Menschen sich selbst unsere gespendete Kleidung nicht leisten können, da sie zu teuer auf den lokalen Märkten verkauft wird?

Es macht mir Mut zu erleben, dass es Unternehmer gibt, die nicht nur an den geldwerten Erfolg ihres Unternehmens denken, sondern in erster Linie an die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen ihres Handelns. Vor allem – wie definieren wir Erfolg? Ist dieser allein an eine Leistung sowie deren Entlohnung oder an einen gewissen Status geknüpft?

Eine Frage, die sich Sina Trinkwalder stellt heißt: Was kann ich dazu beitragen, dass mehr Wert geschöpft wird als das abgeschöpft wird? Sie erzählte, warum „fairtrade“ ein wichtiger Schritt ist, jedoch nur als eine Art ABC Pflaster auf einem kranken Knie zu sehen ist. Wir müssen an die Ursache, an die Wurzel der Erkrankung gehen. In unserem Körper, wie in der Wirtschaft und auch in sonst allen Aspekten unseres Seins.

„Scheitern wir nicht an dem Willen und unserem Wunsch nach Perfektion, sondern üben wir gemeinsam das Gute“. Dies war eine zentrale Aussage des Abends. Konzentrieren wir uns auf das, was wir persönlich beitragen und bewirken können. Sie sagte zum Abschluss: „Was kann ich als Einzelner schon ändern, fragte sich die Menschheit!“

Ich hoffe, diese Gedanken sowie der Vortrag schenken Mut, den eigenen Beitrag wahrzunehmen und ihn – sich selbst, der Gesellschaft, der Welt – zu schenken. Denn er ist wichtig. Auch wenn es sich für uns manchmal wie ein Tropfen auf den heißen Stein anfühlen mag. Es macht einen Unterschied. Denn viele kleine Tropfen bilden einen Ozean…

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2 Gedanken zu “Wirtschaften mit Herz und Verstand

  1. Liebe Bettina,
    danke für das Weitersagen eines solch konstruktiven VORBILDS!
    Es hat etwas gedauert, bis ich mir diese „Karriereinspiration“ in Muße zu Gemüte führen konnte –
    nun bin ich angenehm begeistert.
    Weihnachtlicher Gutenachtgruß von Deiner Bücherfee ❄ ⛄ ❄

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ulrike, ja, es braucht schon etwas Muße, um diese Inspiration aufnehmen zu können, aber es lohnt sich. Es freut mich sehr, dass Du nun angenehm begeistert bist. Mir ging es da ebenso und es wirkt nach, lässt meine „verrückten Ideen wieder aufleben ;-). Liebe Bücherfee, ich wünsche Dir von Herzen ein so märchen-zauberhaftes Weihnachten, wie es eben einer königlichen Bücherfee würdig ist. Mit Kerzenschein, feinen Gaumenfreuden, lieber Gesellschaft und Düften die in ferne Welten tragen, doch gleichzeitig Geborgenheit schenken. Eine muckelige gute Nacht wünsche ich Dir ⭐ 🌝. Herzlichst von Deiner Klangfee ❤️

      Gefällt 1 Person

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