Versöhnung

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quelle: pixabay

Warum Versöhnung? Geht das Leben nicht einfach weiter? Sollten wir nicht einfach „loslassen“ und uns nicht mehr mit dem Vergangenen beschweren, so nach dem Motto: „Was interessieren mich meine Worte und Taten von gestern? Sie sind doch Vergangenheit. Ich lebe doch im Hier und Jetzt!“.

Sicher, im Hier und Jetzt zu leben ist eine essentielle Grundausrichtung, die uns befähigt sowohl unsere Vergangenheit als auch unsere Zukunft zu gestalten. Zu glauben, dass das Hier und Jetzt wie abgeschnitten ist von der Vergangenheit bzw. der Zukunft empfinde ich aus diversen Gründen unrealistisch. Wer sagt denn, dass die Zukunft nicht bereits gleichzeitig  mit dem Hier und Jetzt existiert ;-)? Alles bedingt einander – meine Vergangenheit das Hier und Jetzt ebenso, wie sie auch in meine Zukunft schwingt, sie betrifft und gestaltet. Im Hier und Jetzt habe ich die Möglichkeit, in mir eine Ordnung zu schaffen, die mir authentisch entspricht. Mich zu versöhnen und Frieden zu finden. Dies hat – linear betrachtet – Auswirkung auf das Vergangene und das Zukünftige.

Weder das „im alten Mist wühlen“ noch das „verdrängen“ schenken innere Erlösung. Beides zieht wie ein Magnet immer wieder in die alten Bahnen, weil das Unerlöste ja erlöst werden will. So habe ich mich auf den Weg gemacht, Frieden zu schließen. Dem Mist die Hand zu reichen und ihn mit Liebe zu düngen :-). Nicht weil alles so so dolle war, sondern weil in jeder Situation ein Geschenk liegt. Dieses Geschenk vom „Mist“ zu befreien und anzunehmen, ist sehr erlösend :-). So kann sich der Mist in seine Qualität verwandeln, vielleicht der Humus werden, der den Seelen-Blumen einen nahrhaften Boden schenkt. So kann ich meine Vergangenheit „sein lassen“ als Teil meines Seins. Sozusagen als erlöster friedvoller Mist, der meinen inneren Boden einzigartig macht. So spuken die einmal bewusst gewordenen alten Geister auch nicht länger im Unterbewusstsein herum, müssen sich auch nicht unnötig aufplustern um gesehen zu werden. Random Randomsen hat mir für diesen Prozess ein wundervolles Bild geschenkt. Er sagte: „Die Gelassenheit, mit der ein Baum in seiner Umgebung verwurzelt ist. Wobei der nährende Humus teilweise aus Blättern besteht, die in früheren Jahren, vielleicht Jahrzehnten, abgeworfen wurden. Das schiene mir ein schönes Bild für den mit seiner Vergangenheit versöhnten Menschen.“

Wie fühlt sich dieses Bild für Dich an?

Für mein Gefühl kommen wir unserem Wesenskern mit jedem versöhnlichen Schritt ins Bewusste Sein näher. Dieser wahrhaftige Wesenskern wird immer klarer und feiner sicht-, leb- und hörbar, ohne Schnick Schnack oder Masken. Wir können uns aufrichten und uns kraftvoll entfalten.

Snatam Kaur schenkt uns mit dieser Live-Aufnahme ein sehr versöhnliches, Frieden stiftendes Mantra. Ich wünsche euch damit friedvolles Ankommen im Herzen:

Ong Namo – Ich verbeuge mich vor der göttlichen Weisheit

Guru Dev Namo – Ich verbeuge mich vor dem göttlichen LehrerIn in mir

In diesem Sinne wünsche ich euch einen versöhnlichen, freudigen Sonntag ❤️

 

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6 Gedanken zu “Versöhnung

  1. Das ist eine feine Mahlzeit Seelennahrung, die du uns heute wieder anbietest. 🙂
    Unversöhnlichkeit hat ja manchmal auch nicht wirklich einen guten Grund, sondern wird von Selbstgerechtigkeit genährt. Man sieht nur die eigene Position und geht noch dazu ganz selbstverständlich davon aus, dass sie richtig, ja, gar die einzig richtige Position sei. Vielleicht haben aber beide Parteien aus ihrer Sicht das Beste gegeben.
    Auf der anderen Seite möchte ich nicht unter den Teppich kehren, dass jemand ein so großes Unrecht begangen hat, dass echte Versöhnung zum Ding der so-gut-wie-Unmöglichkeit wird. Dann ist es vielleicht schon ein großer Schritt, sich mit der Unversöhnlichkeit zu versöhnen.
    Ein Gedanke, der mich beim Lesen deines Beitrags streift: Ob es vielleicht im Leben darum geht, ein kontinuierlich wachsendes Hier und Jetzt zu umherzen? Ein stetig größer werdendes Herz als tatsächliche Evolution?
    Ich wünsche dir einen herzenspräsenten Sonntagabend. 🙂

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  2. Herzlichsten Dank für Deine beREICHernde Resonanz und beflügelnden Gedanken :-). Dieser, der Dich beim Lesen meines Beitrags gestreift hat, kann ich nur gänzlich UMHERZEN :-)! Die Herzensbildung empfinde ich als stetigen Lebensprozess. Wie bei einem Samen den man sät. Dann kommt ein kleines Wutzelpflänzchen heraus und braucht ganz viel Liebe, den richtigen Boden und ausreichend Wasser, Licht etc. Irgendwann ist es dann eine starke, in sich ruhende Pflanze, im Frieden mit sich selbst und dem Umfeld. Bei Deinen Ausführungen streift mich ein Gedanke: Könnte es sein, dass die Versöhnung ganz leicht wird, wenn wir spüren, dass jeder wahrhaftig sein Bestes gegeben hat? Sei es in einer Beziehung, einer Situation, einem Projekt? Sich nicht hinter dem „ich habe mein Bestes gegeben“ versteckt, weil es bequemer ist? Kann es sein, dass wir intuitiv die Kohärenz oder eben die Inkohärenz von Worten, Taten und Emotionen wahrnehmen, nicht weil wir es „besser“ wissen, sondern es in unserer Natur liegt eine Kohärenz anzustreben? Dazu braucht es Ehrlichkeit und Herzensbildung. Vielleicht hilft es zu überprüfen, ob in der Erfahrung etwas lag, wofür man dankbar sein kann. Auch das könnte versöhnlich wirken. Oh, das war nun doch wohl mehr als ein Gedanke ;-). Ich wünsche Dir einen ebenso herzensPRÄSENTen 💙 vollmondischen Abend 🙂

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    1. Deine Beschreibung der Pflanze trifft, wie ich finde, den Kern des „Hier und Jetzt“ viel besser als die Vorstellung, sich ganz auf ein winziges Zeitpünktchen zu beschränken und alles andere kampfhaft-krampfhaft ausblenden zu wollen.
      Ich muss dieser Vorstellung noch ausgiebiger nachspüren – aber abwegig scheint mir der Gedanke nicht, dass das Streben nach Kohärenz letztlich unser natürlicher Zustand ist und wir uns vielleicht selber oft einen Ungefallen tun, indem wir uns gegen dieses Streben sträuben. Ob in jeder Erfahrung etwas liegt, wofür man dankbar sein kann? Ich weiß es nicht. Wenn ich an Extremfälle denke, wird es schwierig. Wenn beispielsweise ein betrunkener Autofahrer ein Kind totfährt. Allerdings ist es so, dass man selbst dann, wenn man in einer Erfahrung überhaupt keinen Sinn erkennt, zumindest versuchen kann, dem Sinnlosen einen Sinn zu geben. Das ist nicht einfach, aber das kleinere Übel. Weil das Gefühl der Sinnlosigkeit sonst alles überwuchert.

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      1. Liebsten Dank für Deine reflektierenden Gedanken. Im besten Falle entwickeln wir uns in diesem Raum-Zeit-Gefüge, in das wir mit unserer Geburt eingetreten sind, so wie eine Pflanze es auch tut. Sie ist in ihrer Einzigartigkeit den Eindrücken, Impulsen, dem Nährboden „ausgesetzt“ (ob förderlich oder schwächend) und muss damit umgehen. Ich kann Deine Gedanken zur Dankbarkeit für gewisse Erfahrungen sehr gut nachvollziehen. Gerade in Extremfällen, kann es Halt schenken, für sich einen Sinn zu erkennen. Vielleicht nicht in der Erfahrung selbst, denn diese ist an sich einfach nur unmenschlich schmerzhaft und man hat das Gefühl, die Welt bleibt stehen. Wenn sich dann aber aus dem verbrannten Boden ein neues Keimen kämpft, kann das Hoffnung und Kraft schenken.

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      2. Dein Vergleich mit der Pflanze passt in verschiedener Hinsicht. Die Pflanze fragt nicht nach dem Sinn, stellt nicht die Frage: Warum bin ich ausgerechnet an dieser Stelle „gelandet“. Sie macht aus ihrer Situation das Pflanzenmögliche und gibt damit die perfekte Antwort auf die Sinnfrage ohne die Frage überhaupt zu stellen. Und bei Menschen und anderen Pflanzen sind vermeintlich „bessere Bedingungen“ oft ein Trugschluss. Wie oft erleben wir, dass Pflanzen unter besten Bedingungen in die Höhe schießen und vom ersten Unwetter platt gemacht werden. Und die winzigen Überlebenskünstler auf kargen Böden in rauem Klima sind nahezu unverwüstlich.
        Besonders in Extremsituationen ist es meiner Ansicht nach wesentlich, seiner Natur treu zu bleiben. Wer an eine höhere Ordnung glaubt, tut gut daran, sich in seinem Vertrauen nicht erschüttern zu lassen. Und die Skeptiker vom Dienst fahren wohl besser, wenn sie das für sie sinnlose Ereignis als Nullpunkt akzeptieren, aus dessen Asche neuer Sinn geboren werden kann.

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  3. Da kann ich Dir zustimmen. Wir vergleichen uns ja gerne mal (jedenfalls ertappe ich mich ab und an dabei 😉 ). Das macht wenig Sinn, denn wir sind alle einzigartige „Pflanzen“. Was dem einen gut tut, kann dem anderen überhaupt nicht zuträglich sein. Jeder Mensch hat ein einzigartiges Empfinden und Möglichkeiten mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. Da gilt es wohl wirklich unserer ureigensten Natur auf den Grund zu gehen und ihr treu zu bleiben. Herzlichste Grüße aus dem Allgäu 🌟

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