Der Wald

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„Der Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung,
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz
und spendet Schatten selbst dem Holzfäller,
der ihn zerstört.“

 

Siddhartha Gautama / Buddha (ca. 420 – 368 v. Chr.)

Die 3 Siebe des Sokrates

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Geschichten drücken oft in wenigen Worten tiefe Weisheiten aus. Sie lassen uns spüren, worum es in der Essenz geht. Wir können dem Weg der Geschichte in uns selbst folgen und so Resonanzpunkte finden, sie beleuchten und unseren Standpunkt überprüfen.

So geht es mir mit der Geschichte über die drei Siebe des Sokrates. Sie stellt für mich eine gute Erinnerung dar, aktiv Gedanken- und Worthygiene zu betreiben, d. h. meine Gedanken und die daraus folgenden gesprochenen Worte drei Fragen zu unterziehen:

  • Spreche ich die Wahrheit?
  • Ist es auferbauend/gütig?
  • Ist es notwendig?

Wenn die drei Fragen gestellt sind, wird vieles überflüssig. Wir erfahren größere innere Ruhe, weil ein „Ordnen“ in wirklich wichtig und weniger wichtig bis unbedeutend möglich ist.

Allen jenen, die die Geschichte von den drei Sieben noch nicht kennen, möchte ich sie erzählen:

Zum weisen Sokrates kam einer und sagte: „Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen!“

„Halte ein!“ unterbracht ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe gesiebt?“ – „Drei Siebe?“, fragte der andere voller Verwunderung.

„Ja, guter Freund! Laß sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe hindurchgeht:
Das erste ist die Wahrheit. – Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
„Nein, ich hörte es jemanden erzählen und…“

„So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. – Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?“ – Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“

„Hm“, unterbrach ihn der Weise, „so laßt uns auch das dritte Sieb noch anwenden. – Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“ – „Notwendig nun gerade nicht …“

„Also”, sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist,
so laß es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“