Reinigung von emotionalen Giften

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Wie in meinem Beitrag zu Imbolc erzählt, ist der Monat Februar geradezu prädestiniert für eine umfassende Reinigung. Dazu zählt für mich ganz wesentlich auch das innere Reinemachen und Neuordnen. Gerade wenn wir in unserem Leben spüren, dass alte Muster nicht mehr wohltuend sind, sondern uns vielleicht sogar davon abhalten unserer Freude und Lebendigkeit zu folgen.

Unsere Beziehungen und familiären Strukturen, in die wir hinein geboren sind, bieten oftmals den Boden für die Entstehung dieser Muster. Im besten Fall sind wir in einem wertschätzenden und unterstützenden Umfeld aufgehoben. Vielleicht haben wir auch unterdrückende und respektlose Umgangsformen erfahren. In jedem Fall haben uns unsere Erfahrungen sowie die Empfindungen, die wir wahrgenommen haben, geprägt. Daraus sind Denk-/Empfindungs- und Verhaltensmuster entstanden. Trennung, Verlust, Nicht-Gesehen und -respektiert werden und die damit einhergehenden Empfindungen und Zustände erzeugen Stress.

Unser Gehirn, ja ich würde behaupten unser gesamter Organismus, ist darauf ausgerichtet in einer harmonischen Kohärenz zu schwingen. Um unsere Gesundheit zu sichern. Ist diese Kohärenz gestört, löst das immensen Stress in uns aus. Stress wiederum erzeugt Gifte. Mit diesen Giften muss nun unser Körper umgehen. Um eine harmonische Kohärenz herzustellen ist unser Gehirn, ja unser gesamter Körper, sehr kreativ. Wenn nun im Außen, z. Bsp. mit den Menschen die uns umgeben, diese Kohärenz nicht herstellbar ist, wird in uns abgespalten, unterdrückt oder ausgeblendet.

So hat man zumindest eine zeitlang das Gefühl, es wenigstens „aushalten“ zu können. In vielen Fällen wird dieses Aushalten zu einer Gewohnheit. Geist und Körper gewöhnen sich an diesen immens stressigen Zustand. Das wiederum bindet Lebenskraft, denn unser Körper ist ständig damit beschäftigt auszugleichen. Wir gehen oftmals unbewusst über unsere Grenzen, spüren uns an gewissen Punkten gar nicht mehr. Denn wir konzentrieren uns unbewusst auf das Ausblenden all jenem, was die momentane, so hart erkämpfte  Kohärenz gefährdet.  In den meisten Fällen bedeutet das, dass wir auf „Sparflamme“ fahren. Wir sind damit einverstanden, in einem minimalen, ansatzweise „sicheren“ Feld zu agieren. Oder in der Hauptsache zu reagieren.

Diese Abläufe geschehen meistens völlig unbewusst. Wir werden unter Umständen erst darauf aufmerksam, wenn wir uns seelisch oder körperlich unwohl fühlen oder das Leben uns direkt darauf weist. Gifte finden, wenn nicht ausgeschieden, z. Bsp. gerne in unserem Bindegewebe oder in den Neben- und Stirnhöhlen ihr „Depot“ und beschweren oder blockieren den Fluss unserer Lebensenergie. Was dies betrifft bin ich ein wahre Expertin ;-). Mit Anfang 20 hatten meine Stressgifte mein Immunsystem zerstört. Das hatte natürlich weitreichende Folgen. Meine Entgiftungsorgane waren total überlastet und so stand ich kurz vor der Dialyse.

Die gute Nachricht ist – soweit muss es  nicht kommen, denn unser wahrhaftiges Sein trägt eine gesunde, harmonische Kohärenz in sich, damit wir auch gesund lebendig sein können. An dieser können wir uns orientieren bzw. daran orientiert sich auch unser Organismus, wenn wir ihn lassen :-).

Wie kann ich nun ganz aktiv etwas dazu beitragen, den Stress zu reduzieren und wieder in meine Ordnung zu finden? Meine Lebensenergie wieder freier fließen zu lassen, mich klarer wahrzunehmen, meine Kohärenz wieder her zu stellen, ohne meine Kraft zu unterdrücken? Wie kann ich meine Ängste annehmen ohne mich von ihnen dominieren zu lassen?

Da hat wohl jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg. Es gibt dafür kein „Patentrezept“. Aber es gibt verschiedene Werkzeuge, die bei Bedarf hilfreich und harmonisierend eingesetzt werden können. Ein solches Werkzeug möchte ich euch heute vorstellen. Es ist eine Atemtechnik aus dem Kundalini-Yoga, mit der ich sehr angenehme Erfahrungen gemacht habe.

Der Atem gilt von jeher in den verschiedensten Kulturen essentiell zur Erhaltung unserer Gesundheit und zur gesunden Entfaltung unseres Bewusstseins. Wir versorgen uns über unseren Atem mit mehr als nur mit „Sauerstoff“. Über eine bewusste Atmung können wir z. Bsp. unserem Körper direkt Ruhe vermitteln und Entspannung erzeugen. Ängste können sich so ganz leicht lösen. Des weiteren wirkt eine tiefe, ruhige Atmung wie eine Massage für unsere Organe, sorgt für eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung, bringt unsere Lebensenergie zum Fließen. Wenn wir uns dabei auf unser Herz, unser Zentrum, in einem inneren Zustand der Wertschätzung, Dankbarkeit, Liebe oder Freude konzentrieren, erhöht sich die Wirksamkeit. Denn unser Herz ist der Sitz unseres göttlichen Funkens, der alles beinhaltet was wir brauchen um ganz zu sein. Man nennt dies „Herz-Kohärenz“.

Die folgende Übung bezieht mehrere Ebenen unseres Sein mit ein. Es gibt eine Mudra (eine heilige Handhaltung, bedeutet übersetzt soviel wie „das, was Freude bringt“) sowie ein begleitendes Mantra. Mich tragen Klänge immer sehr liebevoll durch meine inneren Prozesse, vielleicht geht es euch ja ähnlich.

Die Handhaltung:

  • Du führst Deine Hände zueinander, so dass sich die Fingerspitzen jeweils berühren (d. h. Daumen auf Daumen, Zeigefinger auf Zeigefinger usw., spreizt sie etwas, so das Raum zwischen den Fingern entsteht. Sieht ein bisschen aus wie ein Häuserdach :-))
  • Die Finger sind dabei gerade – nicht überstreckt oder gebogen
  • Nun führst Du in dieser Haltung Deine Hände vor Dein Herz, so dass die Daumen sanft auf Deinem Brustbein aufliegen. Die restlichen Finger zeigen in dieser geschlossen Haltung nach vorne, von Dir weg

Die Atmung:

Die Atemtechnik besteht aus 3 Zyklen. Du atmest ca. 5 Sekunden lang gleichmäßig über Deine Nase ein. Dann hälst Du ca. 5 Sekunden lang Deinen Atem an. Anschließend atmest Du ca. 5 Sekunden lang über Deine Nase aus. Im Anschluss an das Ausatmen beginnt der Zyklus mit einem erneuten ca 5-sekündigen Einatmen usw.

Das Mantra:

Das das Mitzählen für mich sehr aufwendig erscheint und ich mich im Klang sehr viel leichter auf den Fluss der Atmung konzentrieren kann, hier das dazugehörige Mantra:

Es ist das SA TA NA MA – Mantra und verbindet uns mit der Wahrhaftigkeit unseres Seins. Es umfasst den gesamten Zyklus des Werdens und Vergehens auf allen Seinsebenen. Dies ist die ungefähre Übersetzung:

SA = Unendlichkeit, Gesamtheit des Kosmos

TA = Leben (Geburt der Form aus der Unendlichkeit)

NA = Tod (oder Transformation)

MA = Wiedergeburt

Es ist die Essenz des Mantras SAT  NAM (= Wahrhaftigkeit ist mein Name). Dieses Mantra gleicht unsere Gehirnhälften aus, schenkt uns Ruhe und Ausgeglichenheit. In diesem Zustand ist es soviel leichter, den eigenen Weg geklärt zu erkennen und zu beschreiten. Mantren liegen sehr ausgefeilte Klangschwingungsverhältnisse zugrunde, die eine tiefe Ordnung ins uns bewirken können.

So könnt ihr eure Atmung auf das SA TA NA MA einschwingen:

Ein SA TA NA MA lang EINATMEN

Ein SA TA NA MA lang HALTEN

Ein SA TA NA MA lang AUSATMEN

…und direkt anschließend ans Ausatmen wieder von vorne beginnen. Ihr könnt dies so kurz oder so lange wie ihr wünscht praktizieren. Die Aufnahme des Mantras dauert über 30 Minuten, so dass ihr wunderbar variieren könnt. Spürt einfach, wann ihr zur Ruhe kommt, wann sich ein ruhiger, tiefer Atemfluss einstellt und der Geist zur Ruhe findet. Beobachtet einfach euren Atem, spürt wie sich der Fluss anfühlt, wie sich euer Körper anfühlt. Ihr müsst dabei nicht an Vergangenes denken, die Harmonisierung geschieht ganz von selbst. Sollten Erinnerungen oder Empfindungen auftauchen, lasst sie einfach mit eurem Atem fließen.

Hier der Ablauf auf einen Blick:

  • Mache es Dir sitzend bequem, so dass Du dich wohl fühlst. Der Rücken sollte möglichst gerade und entspannt sein. Schalte Dein Handy aus und sorge dafür, dass Du ungestört bist.
  • Handhaltung einnehmen und liebevoll wertschätzende Aufmerksamkeit auf das Herzzentrum richten. Fühle die Wertschätzung, Dankbarkeit, Liebe oder Freude in Deinem Herzen
  • Im genannten Rhythmus Atmen, wenn gewünscht auch unter zu Hilfenahme des Mantras
  • Atmet so lange es euch wohl tut – das können 2 -3 Minuten sein, aber 11 oder 30….
  • Offiziell wird bei dieser Reinigungs-Übung auch eine bestimmte Augenhaltung eingenommen: Die Augen blicken auf die Nasenspitze und sind dabei fast geschlossen. Ich schließe meine Augen gerne vollständig und konzentriere mich dabei auf meine Nasenspitze.
  • Zum Abschluss atmet 1 x tief ein und aus, löst die Handhaltung und spürt in eurem Körper nach. Wie fühlt es sich jetzt an?
  • Wenn ihr eure Augen wieder geöffnet habt, könnt ihr sie „rollen“ lassen – sozusagen in alle Achsen blicken: nach links oben und unten, Mitte unten, rechts unten und oben, Mitte oben etc. Auch dies ist eine fließende Bewegung.

Es ist immer wieder wunderschön in meinen Seminaren die vorher – nachher Ausstrahlung meiner TeilnehmerInnen bewundern zu dürfen :-). Ich wünsche euch mit dieser Atemübung entspanntes und Kraft spendendes „Reinemachen“, auf das euer inneres Licht immer freier und ungetrübt strahlt. Solltet ihr Fragen zu der Übung haben – fühlt euch frei bei mir nachzufragen :-).

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6 Gedanken zu “Reinigung von emotionalen Giften

  1. Ja, da teile ich deine Auffassung, dass das innere Reinemachen und Neuordnen ebenso wesentlich ist wie eine Reinigung der organischen Systeme. Wenn Denk- und Fühlmuster nicht regelmäßig auf ihre Lebendigkeitstauglichkeit hin geprüft und erneuert werden, können sie unsere psychische Ausgeglichenheit stören (in ähnlicher Weise, wie eine Stoffwechselstörung den Organismus vergiften kann). Körperliche Symptome sind dann oft eine Art Notbremse.
    Dein patentes Rezept gefällt mir sehr gut. Vor allem auch, weil beim bewussten Atmen vielerlei Disharmonien und Störungen im wahrsten Sinne des Wortes aufgespürt werden können. Die fast geschlossenen Augen (das Katzenblinzeln) passen mir dabei sehr gut – dagegen habe ich den Atemrhythmus nach meinen Bedürfnissen adaptiert, d.h. das Ausatmen dauert so lange wie Einatmen und Halten zusammen.

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    1. Liebsten Dank für Deine mitlebende Resonanz :-)! Es freut mich sehr, dass Du dich direkt so mutig ans Umsetzen heran gewagt hast :-). Und sogar direkt ein eigenes „Feintuning“ für Dich vorgenommen hast. Eine längere Ausatmungsphase ist hier sicherlich sehr wohltuend. Ich finde es so angenehm, dass ich bei dieser Übung nicht wissen muss, wo die Disharmonie sitzt oder wo ihr Ursprung liegt. Durch die klar ausgerichtete Aufmerksamkeit auf den Atem, kommt so vieles ganz von selbst in den Fluss. Das nenne ich passiv aktiv sein ;-). Ich kann Deine Gedankengängen nur bestätigen. Alles hängt miteinander zusammen. Unsere organischen Systeme verfügen über ganz eigene Bewusstseins-Ebenen, merken sich Gefühle und Zustände. Dort sitzen unsere Prägungen, nicht nur im Kopf ;-). Deshalb ist es für mich so essentiell, diese Reinigung und Neuordnung regelmäßig so ganzheitlich wie möglich zu vollziehen. Unser Sein ist schon ein Wunderwerk, wenn man sich vorstellt, dass zahlreiche Organzellen sogar riechen können! Wundervolle Entspannung beim Katzenblinzeln 🐱 ⭐

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      1. Vor ziemlich genau 20 Jahren habe ich für einige Zeit ziemlich intensiv Prāṇāyāma praktiziert. In der Zwischenzeit hat die Alltagsfaulheit meist das Zepter fest in der Hand – dennoch lasse ich mich bei Atemübungen immer wieder gern „anstecken“. Vor allem, wenn, wie hier, noch weitere Elemente hinzukommen. Im Lauf der Zeit kommt dabei eben dieses Feintuning ins Spiel. Eben dieses „Katzenblinzeln“. Oder eben auch niemals wirklich mit den Augen auf die Nasenspitze schielen, sondern nur sozusagen das geistige Auge auf die Nasenspitze richten. Auch die Sitzposition, usw. Kleine Nuancen können sehr wichtig sein. Und ich denke, dass ein solches Feintuning – unabhängig vom vordergründigen Zweck der Übung – bereits in sich selbst einen Nutzen birgt.
        Deinen Hinweis auf die Fähigkeiten von Organzellen finde ich auch insofern bemerkenswert, weil wir uns dessen meist gar nicht bewusst sind – und das zeigt, welches entdeckenswürdige Potenzial in unserem Bewusst-Sein schlummert. 🙂

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      2. Oh, dann bist Du ja ein „alter Hase“ auf dem Gebiet ;-). Bei Deiner Erfahrungsspanne spürst Du sicherlich ganz genau, welche Sitzhaltung, Atemlänge, Ausrichtung der Augen etc. wohltuend ist. Prāṇāyāma beinhaltet ja eine Fülle von Atemtechniken! Ich habe für mich festgestellt, dass sich mit der Ausübung dieser Atmung, der Atemfluss mit der Zeit sehr wohltuend verändert. So als würde ich geatmet. Wie Wellen, die in mich hinein und hinaus strömen. Auch die Tiefe der Atmung verändert sich. Übungen können einen geschützten Rahmen bieten, die Selbstwahrnehmung zu erhöhen und sich selbst besser kennen zu lernen. So findet wohl auch jeder zu seinem ganz eigenen Feintuning :-). Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass Du dich anstecken hast lassen :-). Das entdeckungswürdige Potenzial unseres Bewusstseins scheint schier endlos zu sein :-). Katzenblinzelige Sternenkindgrüße 🐱 💫

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      3. Ja, auch wenn eben die Alltagsfaulheit oft etwas arg dominant ist – die gemachten Erfahrungen bleiben in ihrer Essenz bestehen. Wenn man mit solchen Übungen beginnt, ist man ja meist sehr darauf erpicht, alles ganz und gar „richtig“ zu machen. Mit der Zeit ergeben sich individuelle Anpassungen fast automatisch – und man erfährt, dass das nicht nur „nicht falsch“ sondern eigentlich erst „richtig richtig“ ist. 😉 Das macht es leichter, bei einer neuen Übung die „individuelle Balance“ zu finden. Und es ist genau so wie du sagst: auch wenn man vielleicht nicht täglich übt, nimmt man die veränderten Atemgewohnheiten in den Alltag mit. Übrigens habe ich zur Zeit des intensivsten Atemübens festgestellt, dass „im gleichen Atemzug“ auch der Geruchsinn sensibler wurde – und das ist bis heute so geblieben.
        Mit einem polarluftfrisch-erfrischenden Abendgruß ❄️❄️❄️

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      4. Da kann ich Dir nur zustimmen. Der Körper erinnert sich direkt wieder an eine Praxis, auch wenn diese länger nicht durchgeführt wurde. Die Körperweisheit zeigt uns den Weg zu unserer „richtig richtigen“ Durchführung :-). Ich bin Fan von „Übungen“, die ich einfach ins tägliche Leben mit einfließen lassen kann. Das trägt dazu bei, dass ich stärker im Hier und Jetzt bin und nicht unbedingt „extra“ Zeit abknapsen muss ;-). Was Du über die Sensibilisierung Deines Geruchssinns sagst, kann ich bestätigen. Überhaupt sind meine Sinne insgesamt sehr viel sensibler geworden. Sternenklare Abendgrüße 🙂 💫💫💫

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